Tägliche Japan-Updates

Japan erläutert die Durchsetzung von Arbeitsplatzvorschriften und digitale Katastrophenhilfe

Offizielle Aktualisierungen dokumentieren weitverbreitete Verstöße bei gezielten Kontrollen wegen langer Arbeitszeiten sowie eine verlängerte technologische Unterstützung nach dem Erdbeben von Kumamoto.

Entwicklungen

Zwei Aktualisierungen der Regierung zeigen Politik in der praktischen Umsetzung statt in Form von Gesetzgebung: Arbeitsaufsichtsbehörden berichten über ihre Feststellungen in besonders gefährdeten Betrieben, während Digitalteams dokumentieren, wie Technologie bei der Katastrophenhilfe eingesetzt wurde.

1. Gezielte Kontrollen stellten in 11,228 Betrieben rechtswidrige Überstunden fest

Das MHLW kontrollierte im Haushaltsjahr 2025 insgesamt 29,150 Betriebe, bei denen der Verdacht auf übermäßig lange Arbeitszeiten bestand oder die mit Entschädigungsansprüchen aufgrund von Überarbeitung in Verbindung standen. In 11,228 Betrieben beziehungsweise 38.5% stellte es rechtswidrige Überstunden fest, in 1,901 Betrieben unbezahlte Überstunden. Unter den Betrieben mit rechtswidrigen Überstunden gab es in 4,991 mindestens eine Arbeitskraft, die innerhalb eines Monats mehr als 80 Stunden Überstunden und Feiertagsarbeit leistete. Diese Quoten beziehen sich auf eine bewusst ausgewählte Gruppe von Betrieben mit hohem Risiko und nicht auf japanische Arbeitsstätten im Allgemeinen; außerdem können sie keine arbeitsrechtliche Einzelfallfrage klären. (Offizielle Ergebnisse lesen)

2. Digitale Katastrophenteams wechseln vom Einsatz vor Ort zu verlängerter Unterstützung aus der Ferne

Nach Angaben der Digital Agency waren ihre D-CERT-Teams wegen des Erdbebens von Kumamoto vom July 29 bis September 15 vor Ort im Einsatz und setzen ihre Unterstützung online fort. Die Maßnahmen umfassten Werkzeuge für Daten zu Hilfsgütern, eine Anwendung für Verfahren zur vorübergehenden Ausschiffung sowie einen Notfallzugang zu staatlichen KI-Diensten. Die Behörde meldete außerdem bis September 14 insgesamt 5,890 über das Myna Portal eingereichte Anträge auf Katastrophenbescheinigungen. Verfügbarkeit und Anspruchsberechtigung hängen weiterhin von der betroffenen Kommune und dem jeweiligen Hilfsprogramm ab. (Aktualisierung zu den Hilfsmaßnahmen ansehen)

Was Einwohner und Beschäftigte daraus mitnehmen sollten

Offizielle Systeme sind vor allem bei der Durchsetzung und der Erbringung von Leistungen von Bedeutung. Beschäftigte sollten die landesweiten Kontrollergebnisse als Warnsignal und nicht als Entscheidung über ihren persönlichen Fall verstehen. Von einer Katastrophe betroffene Einwohner sollten die aktuell geltenden Verfahren direkt bei ihrer Kommune bestätigen lassen.