Tägliche Japan-Updates
Zwei neue Stellenanzeigen zeigen, dass der „internationale“ Zugang sehr unterschiedliche Hürden hat
Eine Stelle im Bereich Spieleserver akzeptiert Bewerbungen aus dem Ausland, setzt dafür aber deutlich mehr Berufserfahrung voraus, während eine zweisprachige Vertriebsstelle Japanisch auf muttersprachlichem Niveau und eine bereits bestehende Arbeitserlaubnis verlangt.
Entwicklungen
Zwei neu datierte Stellenanzeigen verdeutlichen einen wichtigen Punkt für internationale Bewerber: Allein die globale Ausrichtung einer Tätigkeit entscheidet nicht darüber, ob man sich aus dem Ausland bewerben kann. Sprachkenntnisse, Arbeitserlaubnis und Erfahrung bleiben voneinander unabhängige Hürden.
1. Wizcorp eröffnet einen Bewerbungsweg aus dem Ausland, setzt die Erfahrungshürde jedoch wesentlich höher
Wizcorps Stelle im Bereich Spieleserver in Tokio ist mit ¥4.8–7.2 Millionen pro Jahr ausgeschrieben und nimmt Bewerbungen aus dem Ausland an, verbunden mit einem Umzug nach Japan. Verlangt werden Japanisch auf Konversationsniveau, verhandlungssicheres Englisch, sehr gute Kenntnisse in C++ und C# sowie Erfahrung mit Multiplayer-Netzwerken. Besonders aufschlussreich ist die geografisch differenzierte Voraussetzung: Bewerber mit Wohnsitz in Japan benötigen mindestens drei Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung und zwei Jahre im Bereich Spieleserver, während für Bewerber aus dem Ausland sieben beziehungsweise sechs Jahre erforderlich sind. Bewerbungen aus dem Ausland sind möglich, doch der Arbeitgeber begegnet dem mit einem Umzug verbundenen Risiko mit einer erheblich höheren Erfahrungshürde. (TokyoDev-Stellenanzeige lesen)
2. Eine international ausgerichtete Vertriebsstelle verlangt dennoch Japanisch auf muttersprachlichem Niveau und eine inländische Arbeitserlaubnis
Eine Vertriebsstelle in Tokio für das Japan-Geschäft von Alton Industry ist mit ¥3.5–6 Millionen pro Jahr, Gleitzeit und 125 Urlaubstagen pro Jahr ausgeschrieben. Zu den Aufgaben gehören Angebote für Einzel- und Großhändler, OEM-Vertrieb und Preisstrategie; bei der Kommunikation wird Englisch oder Chinesisch verwendet. Dennoch verlangt die Stellenanzeige Japanisch auf muttersprachlichem Niveau und eine bereits bestehende Erlaubnis, in Japan zu arbeiten. Für ausländische Bewerber bedeutet der internationale Charakter des Unternehmens und der Aufgaben daher nicht, dass eine Bewerbung aus dem Ausland möglich ist. (CareerCross-Stellenanzeige lesen)
Was Bewerber daraus mitnehmen sollten
Betrachten Sie „international“, „Englisch wird verwendet“ und „Bewerbung aus dem Ausland möglich“ als unterschiedliche Filter. Lesen Sie die Abschnitte zu Arbeitserlaubnis, Sprachkenntnissen und Erfahrung gemeinsam, bevor Sie Zeit in eine Bewerbung investieren, und lassen Sie sich alle veränderlichen Angaben einer Stellenanzeige erneut vom Arbeitgeber bestätigen.